» Das Atelier » Presse » Presse: Tunnel-Altendorf
zurück

Nachbarn hellen Tunnel auf

WAZ / 14.02.2006 / LOKALAUSGABE / ESSEN

Neugestaltung der Fußgängerunterführung zwischen Rüselstraße und Holtener Straße nimmt Formen an.
Mitglieder der "Initiative Altendorf" suchen jetzt für Stadtteilverschönerung Helfer und Spender

Altendorf."Wir können mit der Umgestaltung des hässlichen Bahntunnels beginnen. Die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn haben zugestimmt." Wolfgang Rehberg von der "Initiative Altendorf" freut sich über diesen Teilerfolg. "Wir haben schon lange überlegt, wie wir den Tunnel zwischen Rüselstraße und Holtener Straße freundlicher gestalten können. Nun haben wir die erste Hürde genommen", freut sich der für seinen Stadtteil Engagierte. Seit 50 Jahren beanstanden Nachbarn mit Eingaben bei der Deutschen Bundesbahn" und ihrer Nachfolgerin "Deutsche Bahn AG" den desolaten Zustand des Fußgängertunnels im Bereich von Rüselstraße und Holtener Straße in ihrem Stadtteil Altendorf. Doch seit die Netzplaner der "Deutschen Bahn" die ehemalige "Rheinische Eisenbahn" vor Jahren aus dem zukünftigen Schienennetz gestrichen haben, hat kein Streckenposten mehr die Gleise oder den Bahndamm geprüft. Auch die Brücken sind seit Stilllegung der Trasse vor mehr als zwei Jahren nicht mehr im regelmäßigen Wartungsprogramm. Abteilungsleiter der Stadt und Mitarbeiter des "Regional-Verbandes Ruhrgebiet" (RVR) verhandeln zwar mit Immobilienverwaltern der Bahn über den Ankauf der Trasse. Bisher sind diese Gespräche zu keinem Ergebnis gekommen. Die Brücken bleiben folglich in Bahn-Besitz.

Mitglieder der "Initiative Altendorf" wollen aber diesen Tunnel möglichst schnell neu gestalten, um ein weiteres Zeichen auf dem Weg zu einem lebenswerten Stadtteil zu setzen. "Wenn Tunnelwände gut aussehen, hält das hoffentlich auch die Farbschmierer ab", kann sich Wolfgang Rehberg vorstellen. Darum stufen er und seine Mitstreiter das Aufhellen des Fußgängertunnels zurzeit "als vorrangig" ein. Die Altendorfer ergreifen in diesen Tagen die Initiative. In Zusammenarbeit mit Politikern aus der Bezirksvertretung III und Mitarbeitern des Stadtteilprojektes konnten die Initiaivler die Tunneleigentümer von ihrem Konzept überzeugen. Direkt vor den schmuddeligen Wänden besprachen sie mit Angestellten der "Deutschen Bahn AG" die Ideen zum Auffrischen der Wände. "Da haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns", weiß Wolfgang Rehberg. "Wir hoffen, dass sich viele Bewohner des Stadtteils beteiligen - völlig gleich ob mit Arbeitsstunden oder Spenden." Zur Verwirklichung dieses Projektes sei nun die Finanzierung zu klären. Die Vorkalkulation habe einen Bedarf von ca. 15 000 Euro ergeben. Es reiche nicht, die Mauern nur mit frischer Farbe zu bemalen, erläutert Rehberg. "Zuerst müssen wir prüfen, wo die Feuchtigkeit aus dem aufgeschütteten Bahndamm die Mauern durchdringt und danach die korrekte Isolierung vornehmen." Dazu seien sicher alle losen Putzbereiche komplett abzuklopfen und zu erneuern. "Sonst bröselt uns die wertvolle Arbeit nach kurzer Zeit wieder von der Wand", beugt Rehberg vor.

Mit dem Gestaltungskonzept wollen die Mitglieder der "Initiative Altendorf" jetzt in der Nachbarschaft und bei Sponsoren werben. Dazu gehörten Privatpersonen, Handwerker und vor Ort vertretene Wohnungsbaugesellschaften, Einzelhändler, städtische Träger und vielleicht auch die "Deutsche Bahn AG". Rehberg fügt hinzu: "Wir sind der Auffassung, dass mit Einbeziehen ehrenamtlicher Tätigkeiten Kosten für dieses Projektes noch reduziert werden können." Die ersten Entwürfe hätten die Firma Kaller aus Dortmund und Ingo Ahlborn aus Essen kostenfrei zur Verfügung gestellt. "Das soll keinen davon abhalten, weitere Vorschläge zu machen", wünscht sich Rehberg.

frh-