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Robert Kaller: Kunst als alltägliches Lebensmittel

Stadtanzeiger Dortmund, 26. 5. 99

Der "Kunst am Bau" hat sich der Kirchhörder Maler und Bildhauer Robert Kaller verschrieben. Er betreibt seit 1995 ein Atelier an der Max-Brandes-Straße. "Nach meiner umfangreichen Ausbildung und Lehrtätigkeit kann ich jetzt endlich Kunst selber machen", freut sich der 4l-jährige. Er verschönert Fassaden, entwirft Inneneinrichtungen und schafft Gesamtkunstwerke.

Seine handwerklichen Fähigkeiten wie Schnitzen, Schreinern, Steinmetzen und Steinmosaikbau kommen dem Künstler dabei zugute.

Bei seiner Arbeit will Kaller jedem Raum durch Farbgestaltung und Objektdesign eine eigene, unverwechselbare Identität geben. "Ich frage mich immer, wie das Gebäude aussehen muß, damit das Innere und das Äußere zusammenpassen."
Kallers Arbeitprinzip ist, alle bildnerischen Künste zusammenzufassen und im Bauwesen als Dienstleistung anzubieten. Für ihn ist Kunst ein "unverzichtbarer Bestandteil des Bauens".
Zu bewundern sind seine farbenprächtigen Werke in ganz Deutschland - auch im Dortmunder Süden. So hat er die Fassade eines Kirchhörder Friseursalons und eines Hombrucher Geschäftshausess gestaltet. "Mir geht es darum, daß ein Gebäde mit zarten Farbtönen leichter und dynamischer gemacht werden kann", so der Künstler, der von Vorbildern wie Gaudi, Steiner und Hundertwasser beeinflußt wurde.

Viele kennen es: Das Eckhaus am Hombrucher Markt. Robert Kaller hat es farblich gestaltet.

Auch den Westbau der Rudolf-Steiner-Schule und das Hermann-Keiner-Altenheim in Brünninghausen hat Kaller farbenfroh gestaltet. "In den Fluren habe ich mitWandbildern und Mosaiken eine lebensfrohe Atmosphäre geschaffen" berichtet er.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Handwerksbetrieben hat Kaller in dem Wohnheim ein Musterbad eingerichtet. Zuvor hat er in ausführlichen Gesprächen herausgefunden, welche Ansprüche Senioren an ein Badezimmer haben. "Es ist ein soziales Kunstwerk entstanden, das genau auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet ist", betont Kaller, der an die soziale Kraft der Kunst glaubt und hofft, daß Kunst zum täglichen Lebensmittel der Menschen wird.

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