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Steine aus dem Weg geräumt

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WAZ / 04.11.2006 / Lokales / Bochum

Von Marc Raschke

Steine sind den Kindern an der Mansfeld-Schule in ihrem Leben so manche in den Weg gelegt worden. Große Steine, schier übergroße. Einige Jugendliche haben die Scheidungen ihrer Eltern nicht verkraftet, andere kommen aus zerrütteten Familien, manche sind gar beim Jugendamt bekannt.

Solche Steine können erdrücken. Dass man mit Steinen aber auch kreativ umgehen kann, haben die Schüler jetzt an ihrer Hauptschule in Langendreer mit dem Förderschwerpunkt "Emotionale und soziale Entwicklung" gelernt.

"Das Leben ist nun mal wie ein großes Mosaik", meint der Dortmunder Kunstpädagoge Robert Kaller. Was lag da für ihn näher, als mit den Jugendlichen im Rahmen von Projektwochen an den Rhein zu fahren, nach Steinen zu suchen und sie, wieder zurück in der Schule, zu kunstvollen Bildern zusammenzusetzen. Bilder, die nun zum Teil sogar die Backstein-Außenfassade der Schule verschönern sollen.

"Am Anfang stehen die Schüler vor einem leeren Rahmen, müssen Entscheidungen treffen und sich eine Struktur überlegen", sagt Kaller. Dabei sei es "schön zu beobachten, wie einige, die vorher aus ihrer Lethargie nicht herauskamen, erwachen und loslegen." Den Künstler engagierte die Schule mit Unterstützung des LAG Arbeit Bildung Kultur NRW e.V. speziell für das Projekt.

Aufgehängt werden soll die Außenverzierung voraussichtlich am 30. November. "Eigentlich müsste eine Schule doch das schönste Haus der Stadt sein", so Kaller. Schließlich sei sie doch Symbol für die Zukunft einer Gesellschaft. Mit den Mosaiken will Kaller seinen Teil dazu beitragen. Zudem biete das Projekt den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit dem Ort Schule stärker zu identifizieren.