Kunst im Bau - Ein Künstler arbeitet für Menschen
Münsterland Anzeiger April/Mai 1996
Der Dortmunder Künstler Robert Kaller, geb. 1958 in Neuss am Rhein, beschäftigt sich vorwiegend mit der Kunst im Bau, der Planung, Ausführung und auch der Bauleitung. In der Vergangenheit hat der Künstler neben zahlreichen gewerblichen Räumen, Schulen, Kindergärten und Wohnhäuser in ganz Deutschland gestaltet.
Er hat eine sehr lange und fundierte Ausbildung. Im Einzelnen: Nach dem Abitur Ausbildung in Heilpädagogik und Studium der Bildhauerei in Bonn, Studium der Malerei und Pädagogik und - als handwerklichen Gegenpol - eine Schreinerlehre. Seit Jahren hat der 37jährige auch Lehraufträge in Kunstgeschichte. Ein Allroundtalent!
Was ist das besondere an seiner Kunst und Gestaltung, was unterscheidet Robert Kaller von anderen Künstlern? Zunächst einmal die Auseinandersetzung mit dem Objekt selbst. Ein Raum - so steht fest - hat den Sinn Menschen zu beherbergen, sie leben für eine gewisse Zeit in ihm, sind Teil von ihm. Verschiedenste Tätigkeiten werden von den Nutzern in einem Raum ausgeübt und Kallers Gestaltungen sollen den Menschen eine Hilfe bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten sein, sie inspirieren. Jeder Raum bekommt durch Farben und verschiedene Objekte seine eigene Identität. Was aber bewegt diesen Künstler, welches Anliegen hat er mit seinem Schaffen?
Er vertritt die Auffassung, daß Kunst nicht nur nachträglich als gerahmtes Bild oder als vor dem Bau stehende Plastik und als Alibi erscheinen soll, sondern daß Kunst ein integrativer Bestandteil. des Bauens selbst sei. Kallers Kunst findet man dort, wo Menschen leben. Kunst bekommt somit ihre Funktionalität wieder. Seine Arbeit ist ganz und gar für den Menschen, auch für Sie.
Mit Hilfe von Farbklängen, die sich gegenseitig dynamisieren, versucht Kaller, den Räumen eine Identität zu geben, eine seelische Ausdruckskraft, die den Menschen, die diese Räume zu unterschiedlichen Zwecken benutzen, eine Hilfe sein soll bei ihren Tätigkeiten. Eine Möglichkeit der Farbverwendung ist die lasierende Farbe. Durch sie kann man in einem Raum eine offenporige Atmosphäre erzeugen. Wie entsteht dies? Bei der Wandlasur wird die sorgsam vorbehandelte, weiße Wand der eigentliche Träger. Farbpigmente werden mit Wasser und Lasurbinder angerührt. Beim schrittweisen Addieren der Lasuren auf der Wand erfährt das Farbgefüge eine stufenweise Steigerung. Die spektrale Zerlegung des Lichtes findet nun im gesamten Bereich der nach drei Dimensionen geschichteten Farbkörper statt und dringt bis zum weißen Bildträger vor. Seine Helligkeit reflektiert dort von unten durch das lockere Pigmentgefüge zurück zur Lichtquelle. So entsteht eine leuchtende Farbe, die den verschiedenen durch Tageslauf bzw. Jahreslauf bedingten Lichteinflüssen gegenüber offen ist. Für Ihre Wohnung kann dies bedeuten, daß sie nie gleichförmig wirkt, wie es sonst die Regel ist. Je nach Lichteinfall wird sich in Ihrer Wohnung eine ganz neue Atmosphäre entwickeln. Stagnation ist somit ausgeschlossen, der Raum wird lebendig. Die so lasierten Wände können sich zu Wandbildern verdichten. Farben und Bienenwachslasurbinder sind ökologisch. Haben Sie Interesse?
Auch Wasser wird von Kaller als künstlerisches Element verwendet.
Seine Brunneninstallationen unter Einsatz von Flowforms könnten auch ihren Garten oder die Wohnung verschönern. "Flowforms" sind Schalen, mit spezifischen Proportionen, die ein besonderes Klangspektrum bieten und den Wasserlauf zusätzlich dynamisieren.
Mit den verschiedenen Techniken gelingt es Kaller in jede, auch bereits bestehende Architektur, gestalterische Elemente sinnvoll zu integrieren.
Für viele Kunden besonders interessant sind die Grundöfen, die eine Symbiose aus Funktionalität und Gestaltung bilden. In der Form des Kamins kommt das Wesen des Feuers, der Wärme und des Rauches zum Ausdruck. Grundöfen, seit Jahrhunderten bewährte Handwerkerstücke, sind ökologisch einwandfreie Produkte mit hohem feuerungstechnischen Wirkungsgrad (80-90 %). Die von ihnen erzeugte Strahlungswärme ist für Leib, Seele und Geist eine Erholung. Die handgearbeiteten Öfen und Kamine sind Unikate, die nach Modell individuell Ihrem Wohnraum angepaßt werden und dennoch keinen Preisvergleich mit Massenware zu scheuen brauchen. Um eine Wirkung von Farben und Formen gezielt "gesundend" einzubringen, müssen künstlerische Mittel qualitativ gehandhabt werden. Eben diese Mittel werden eingesetzt, um für individuelle Situationen gestalterische Lösungen zu finden, die ganz konkret dort wirken, wo Menschen leben, arbeiten und sich entwickeln.
Kunst, so Kaller, begleitet unser alltägliches Leben und hat als soziale Kraft weitreichende Bedeutung.
Damit "Baukunst" entsteht, bedarf es für den Künstler einer intensiven Wahrnehmung des Ortes, des Funktionszusammenhanges und einer persönlichen Begegnung mit dem Auftraggeber. Dadurch beginnt ein sozialer Prozeß, bei dem der Künstler zu einem "sensitiven Organ" wird, der das Anliegen in sich aufnimmt und mit künstlerischen Qualitäten beantwortet. Dem richtigen "Fragen stellen" kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu, ebenso dem "Zuhören".
R. Kaller gelingt es mit seiner Arbeit, der Kunst einen Platz im Leben der Menschen zurückzugeben und den jahrtausendalten Begriff der "Baukunst" in einer unserer Zeit gemäßen Form wiederzubeleben. Kaller schafft Kunst für Menschen. Ziel seiner Umsetzungen ist es, dem Menschen, einem sozial-kulturellen Wesen, künstlerische Gestaltungen zu entwickeln, die im Leben aktive Begleiter sind. "Kunst im Bau" soll die Lebens- und geistig-seelischen Kräfte der Menschen über die Wahrnehmung aktivieren und stärken. Die menschlichen Bedürfnisse gehen über die, der unmittelbar physischen, Existenz hinaus. Ästhetik und Harmonie, so Kaller, sind die Basisvariablen für eine gesunde und würdige Existenz. R. Kaller bringt Kunst in das alltägliche Leben, eine Bereicherung für die Menschen, die sich darauf einlassen. Die Atmosphäre, die durch seine Kunst verbreitet wird ist mal dynamisierend, mal ruhig und eben, je nach dem, was ausgedrückt werden soll. Ein weiterer Gesichtspunkt, Kallers Kunst ist künstlerisch und handwerklich auf hohem Niveau, seine Preisgestaltung bewegt sich dennoch in einem angemessenen Rahmen.
Wandbilder, Mosaiken, Farbgestaltungen, Öfen, aber auch plastische Arbeiten und Brunneninstallationen entstehen dort, wo Menschen mit ihnen leben. Es kommt beim Gestaltungsprozeß, so Kaller, zu einem unmittelbaren, einzigartigen Zusammenwirken von Mensch, Raum und Kunst, weil sich nicht die Frage nach der intellektuellen, aussageorientierten Kunst stellt, die mit dem Ort und dem beteiligten Menschen nichts mehr gemein hat, seine Kunst ist für jedermann "erfühlbar", "verstehbar", der bereit ist, sich auf sie einzulassen. Für Kaller bedeutet seine Kunst das Zusammenwirken unterschiedlichster Kräfte, die eine Ganzheit bilden von Mensch - Raum und Kunst, welche nur am jeweiligen Ort in dieser Form und unter Anteilnahme der dort befindlichen Menschen zum Tragen kommt. Baukunst - Kunst im Bau ist also eine Synthese der unterschiedlichsten Kräftefelder, die harmonisierend, "homöopatisch" wirken. Wer genau sind die Auftraggeber? Eigentlich Menschen aller Berufsgruppen und sozialer Schichten, private Bauherren, ebenso wie öffentliche Einrichtungen. Baukunst hat immer eine Beziehung zum vorhandenen Raum. Sie wirkt immer.
Den positiven Kräften eines Mosaiks gegenüber ist es ohne Bedeutung, ob es in Entrées eines Theaters in der Größe von 5 qm wirkt oder ob es im kleinen Badezimmer einer Familie zur Geltung kommt. Wo sonst findet man Kallers Kunst? Als Antwort kann man nur sagen:
In ganz "Deutschland", ob nun ein renommiertes Restaurant, das der Künstler in Stuttgart gestaltete, ein Farbgutachten für die Deutsche Bahn, das 160qm Wandbild oder auch das 35qm große Wohnzimmer von nebenan.
Nach Kaller entwickeln sich die Kräfte immer optimal, weil sie mit Raum und Mensch in Beziehung stehen und vollständig ausbalanciert sind. Kaller löst die Isolierung der Kunst und Künstler von gesellschaftlichen Vorgängen und Gestaltungsprozessen auf.
Solcher Art kann Kunst im Bau den ihr gebührenden Platz im alltäglichen Leben der Menschen wieder einnehmen und kann das auch in ihrem Leben tun.
Es lohnt sich dem Raum, in dem man lebt, eine eigene Identität zu geben. Nicht jeder Künstler versteht seinen Beruf als Dienstleistung. Robert Kaller tut dies. Nicht nur das seine Kunst bezahlbar ist, sie ist außerdem funktional, ökologisch und bietet das gewisse Etwas, das Ihre Wohnung, Firma usw. zu etwas wirklich Besonderem werden läßt. Probieren Sie es aus. Erkundigen Sie sich direkt beim Künstler. Es wird sich lohnen.


