"Schöne Wände schützen sich selbst"
zurückWAZ / 19. 7. 2007 / Lokales / Dortmund
Malte Kaller arbeitet an den bunten Mosaik-Bildern an der Robert-Steiner-Schule. (Bild: Anja Cord)
Richtig bunt wird es auf den Fluren der Schule: Abgesehen davon, dass es schön aussieht, sind die neuen Dekorationen auch noch schmutzabweisend. (Bild: Anja Cord)
Enstanden ist dieses praktische, weil schmutzabeweisende Kunstwerk unter der Leitung von Robert Kaller. Der Künstler, der Bildhauerei, Malerei, sowie Kunstpädagogik studierte, ist seit 1994 als freier Künstler tätig. Sein Ziel: möglichst viele Schulen, Kindergärten und öffentliche Gebäude ansprechender zu gestalten.
Zusammen mit Matthias Gebhardt hat er es sich zur Aufgabe gemacht "ästhetische Gebäuderenovierungen mit handwerklich-praktisch fundiertem Hintergrund umzusetzten". Diese Firmenphilosophie ist ziemlich gefragt: Schon viele Schulen wurden durch das Künstler-Handwerksteam verschönert. Unter anderem auch die Mannsfeldschule in Bochum. Dort lernten die beiden Künstler den 15-jährigen Schüler Daniel Klein kennen, der seine Leidenschaft für Mosaikgestaltung an seiner Schulfassade entdeckte.
Deswegen sitzt er nun auch mit Kachelstücken und Mörtel auf dem Boden der Rudolf-Steiner-Schule und hilft beim Renovieren der Gänge - nicht ohne berufliche Hintergedanken: "Ich habe viel Spaß an der Arbeit, die zudem noch interessant ist. Ich hoffe, dass ich eine Ausbildung beim Atelier Robert Kaller beginnen kann."
Aber auch Rudolf-Steiner-Schüler helfen beim Verschönern ihrer Schule, wie Max Heidelbach. Er erzählt, warum er sich engagiert: "Eine Schule braucht eine schöne Umgebung und freundliche Atmosphäre. Dass ich hier mithelfen und somit einen Beitrag leisten kann, finde ich gut."
Malte Kaller, Sohn des Künstlers und Anne Schlösser, Tochter des Architekten, sind beide begeistert von ihrem Job: "Künstlerisch und handwerklich zugleich zu arbeiten macht Spaß, man ist kreativ und praktisch, die Arbeit hier ist eine gute Erfahrung."
Gute Erfahrungen mit dem "Team Kallerkunst" macht die Waldorfschule schon seit 1998, da gestaltete Robert Kaller in der Schule die Toiletten neu, die heute ein echter Hingucker sind. Schmierereien sind seitdem kein Thema mehr. "Schöne Wände schützen sich selbst", sagt Kaller.
Dieses Mal nimmt das Team 200 Quadratmeter Flur in Angriff. Drei Wochen dauern die Arbeiten, die Kosten für das Kunstwerk trägt die Schule. Entwürfe, Gestaltung und Farben ist Sache des Künstlers. Angeklebt und ausgerichtet werden die matten, glänzenden und rauhen Fliesen in den verschiedensten Farben und Formen von den Schülern.
Die Wände und Decken werden in passenden Farben gestrichen, subtile Muster ergänzen das Mosaik. Die Flure haben verschiedene farbliche Schwerpunkte, das Mosaik verläuft dynamisch asymetrisch die Wand entlang- das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch noch schmutzabweisend. Außergewöhnliche Muster und elegante Verzierungen sorgen immer wieder für Hingucker in den Mosaikflächen. Da wird der manchmal graue Schulalltag doch bald ein bisschen bunter.


