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Schwingendes Wasser gewinnt Qualität

Ruhr-Nachrichten, ...1998

Wasser kann eine saubere Sache sein. Vor allem, wenn es in einem natürlichen Kreislauf mit Luft, Bewegung und Rhythmus an Qualität gewinnt.

Der ökologische Aspekt ist deshalb das A und 0 in der "Flowform und Wasserwerkstatt" von. Peter Müller, die sich jetzt in Dortmund neu gegründet hat.

Innovativ, naturverbunden, Kunst am und im Bau mit ökologisch sinnvoller Technik: Das sind die Grundpfeiler der Arbeit, die Peter Müller formuliert und die er unter anderem mit einer Musterausstellung in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Robert Kaller in dessen Atelier an der Max-Brandes-Straße 23 in Löttringhausen verwirklicht.

Wertvoll

"Für uns ist das Wasser wertvoll", betonen Kaller und Müller das, was vielen Verbrauchern längst nicht bewußt ist. Der Otto-Normal-Verbraucher nämlich zieht und drückt seine Toiletten-Spülung, badet im Schaummeer, läßt das Wasser in die Kanäle ab, das so verschmutzt sang- und klanglos irgendwo im Abwassersystem. verschwindet. Alternativen, vor allem für Haushalte, die nicht oder nur sehr aufwendig an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden, gebe es, so meint Müller, allemal. Sogenannte Filterbecken, zum Beispiel Binsen-Moor-Becken, sind eine natürliche Form, im eigenen Garten das Wasser ökologisch zu reinigen.

Schichten von Grobkies, Feinkies, Sand und als Oberfläche Pflanzen, aufgebracht über einer Abdichtung und einer Drainage, sorgen Schritt für Schritt für reines Wasser unter der Erde. Natürliche "Technik" unten, Grünpflanzen oben: So eine Kläranlage ist selbst was für den Privathaushalt und sieht im heimischen Grün aus wie ein Stück gewollter Gartengestaltung. Die Pflanzen nehmen, das ist das Prinzip, toxische Substanzen aus dem Wasser und dem Klärschlamm heraus. Das kann, so Peter Müller, durchaus gründlicher sein als mancher Großbetrieb.

Lange hat Müller am Konzept für sein Unternehmen gefeilt, das eigentlich durch eine eher zufällige Begegnung zustande kam. Müller wollte die Studienarbeit einer ihm bekannten Dortmunder Studentin über Wasser unterstützen und suchte mit ihr zusammen Robert Kaller in seinem Atelier auf, um ihr sein Fachwissen auf dem Gebiet zugänglich zu machen.

Kunst im Bau

Kaller, der sich in vielen Städten durch Kunst im Bau einen Namen gemacht hat und der seit langem mit den sogenannten Flowform-Brunnen des englischen Bildhauers John Wilkes arbeitet, kam bald mit Müller ins Gespräch über Wasser, versteht sich. Robert Kaller, eher der Künstler, unterstützte Peter Müllers Ideen von einer Art "Ökologischen Werkstatt für Wasser" gut zwei Jahre, und auch das Land Nordrhein-Westfalen meinte bald, daß die Sache eine vernünftige sei und förderte die Ideen.

Mit einer umfassenden technischen Ausbildung als Kälteanlagenbauer, zehnjähriger- Berufserfahrung, einigen Hochschulsemestern Bauingenieurwesen an der Uni Dortmund, als staatlich geprüfter Maschinenbautechniker und weiter als Anwendungstechniker der IHK fiel es Müller nicht schwer, professionelle Ideen zu entwickeln.

Schwerpunkt seiner Aktivitäten ist der Hinweis auf die Bedeutung von natürlich rhythmisch pulsierendem Wasser als Grundlage aller Lebensprozesse. Die ästhetisch reizvollen Anlagen demonstrieren dies eindrucksvoll optisch und akustisch.

Darüber hinaus sieht die "Flowform und Wasserwerkstatt" einen ökologischen und ökonomischen Anwendungsbedarf in vielen Branchen: Bei Gärtnereien, Brauereien, Käsereien, Bäckereien und nicht zuletzt auch in größeren landwirtschaftlichen Betrieben.

Gärtnereien

"Gärtnereien zum Beispiel brauchen eine Menge Wasser, in der Regel technisch aufwendig aufbereitetes und in langen Rohrleitungssystemen energetisch verarmtes Wasser. Dieses denaturierte Wasser ist weniger wertvoll als frisches, natürlich bewegtes. und damit energiereicheres Wasser", so Müller. Mit den Flowform-Elementen, in denen das Wasser vorwiegend in einer Acht-Form hin und her schwingt und so, der Natur abgeschaut, rhythmisch bewegt und mit Sauerstoff angereichert wird, gewinnt es an Qualität. Und soll so, betont Müller, das Grün einfach besser gedeihen lassen.

Auch John Wilkes - Erfinder der Flowform-Brunnen, zeigte sich jetzt bei einem Besuch der neuen Wasserwerkstatt begeistert. Gemeinsam mit Robert Kaller arbeitet der Bildhauer nach. 30-jähriger Forschungsarbeit und weltweit etwa 800 Projekten derzeit an einem Buch, das die Erforschung von rhythmischen Vorgängen im Wasser beinhaltet - und die Entwicklung der Flowforms.

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