top of page

Gestaltung des 'CEMEVi' in Berlin

  • Autorenbild: Atelier Robert Kaller
    Atelier Robert Kaller
  • 30. Juli 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Feb.

CEMEVi Berlin | Robert Kaller

Das Alevitentum ist eine eigenständige Glaubensgemeinschaft. Das Cem ist das zentrale Versammlungs- bzw. Gemeinschaftsritual. Es steht unter der Leitung eines Dede (Geistlichen), der für die Talips (Laien) zugleich Leiter auf dem Pfad zur Vollkommenheit ist. Im Cem erlebt man eine gerechte und friedliche Gemeinschaft. Dieses Kollektiverleben ist auch Mittelpunkt des alevitischen Alltagslebens, man lebt ein solidarisches Miteinander. Die Alevitische Gemeinde in Berlin umfasst nahezu 70.000 Mitglieder.

Ein Teil des CEMEVi ist der Verabschiedung der Verstorbenen gewidmet. Nach dem alevitischen Glauben erwächst das Leben aus dem Tod. Nur das Körperliche ist vergänglich. Das Bleibende, das Unsterbliche ist die Seele. Sie soll zur Vollkommenheit aufsteigen.


Vor diesem Hintergrund gestaltet Robert Kaller Entwürfe, die der alevitischen Seelenwanderungslehre entsprechen und diesem Ort von Abschied und Reinkarnation einen gebührlichen Rahmen verleihen.


Im Innenhof nimmt die Gemeinde Abschied von den Verstorbenen, feiert aber auch Feste und pflegt die religiöse Gemeinschaft. Es ist einer der ältesten Aufgaben der Kunst, spirituelle Prozesse zu begleiten. Robert Kaller arbeitet seit Jahrzehnten in diesem Sinne für unterschiedlichste Religionsgemeinschaften.




Das mosaizistische Kunstwerk ist Teil eines kultischen Vorgangs bei dem sich die Seele des Verstorbenen aus seinem Leib löst und er bildlich, von den Kranichen getragen, in eine geistige Sphäre transformiert. Unterstützt wird er dabei auch von seinen Ahnen.


Bereits 2018 hatte Robert Kaller mit dem Ansatz ‚Begleitung der Seele‘ das Hospiz Ipek in Berlin künstlerisch gestaltet, dessen Leiterin, Nare Yesilyurt, ebenfalls Mitglied der Alevitischen Gemeinde ist.


Nach Vorstellung und Abstimmung der Entwürfe setzt das Atelier Robert Kaller im Juli 2020 die Ideen um und gestaltet großflächige Wandmosaike im Innenhof des "CEMEVi" sowie im Bestattungsraum.


Mit Keramik und Glas, welches das Licht wunderschön reflektiert, werden die Motive direkt an der Wand entwickelt und mit dem Gesamtraum abgestimmt. Neben den Mitarbeitern des Ateliers, Christopher und Marcel Baumert, ist auch die Mosaizistin Sarah Rose in den Gestaltungsprozess eingebunden.




Die Alevitische Gemeinde ist sehr glücklich über die Gestaltung und die Belebung der Räumlichkeiten mit zeitlosen Motiven des Lebens und des Geistes.

 
 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page