'Farbmetamorphose' gewinnt AKKU-Preis 2024
- Atelier Robert Kaller

- 30. Nov. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Wer die Erich-Kästner-Schule in Krefeld heute betritt, begegnet einer lebendigen, virtuosen Atmosphäre. Dafür haben Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit dem Atelier Robert Kaller mit diesem außergewöhnlichen Kunstprojekt gesorgt. Sie haben die fünf raumtragenden Säulen mit schätzungsweise 7.000 Mosaiksteinen verziert - und den herkömmlichen Eingangsbereich damit in eine Art ständige Kunstaustellung gewandelt.

In Folge der Gestaltung, die bereits 2023 erfolgt war, wurde dem Projekt im November 2024 der AKKU-Preis verliehen, Als „kleiner Oscar von Krefeld“ ist der Preis der „Aktion Kunst Kultur im Unterricht“ (AKKU) stadtweit auch unter anderem bekannt.
Anwesend waren Kulturdezernenten, Schulleiter, Lehrer, Gäste, Eltern, die Vorstände des Vereines "Kultur in der Schule" und viele Schüler, die in einem gesonderten Vortrag das Projekt und seine Wirkung auf sich selbst detailliert, bildreich und wortgewandt erläuterten.
„Das ganze Leben kann wie ein Mosaik betrachtet werden. Die richtigen Stücke müssen passend zusammengefügt werden. Die Säulen sind nun mit so viel guter und positiver Energie versehen, beleben die Schule und kennzeichnen deren Vielfalt“ erklärte Robert Kaller den staunenden Zuhörern bei der Preisverleihung.

Begonnen hat alles mit einer Mosaik-AG. Hier tasteten sich die Schüler der Erich-Kästner-Schule in Krefeld an den Umgang mit dem Material und handwerkliche Grundfertigkeiten heran. Sie fertigten erste geometrische Formen aus Mosaiksteinen, die die Wände eines Schulflures verschönern sollten. Die Arbeit in der AG begeisterte und motivierte die Schüler derart, dass sie ein größeres Projekt realisieren wollten. Über das Programm „Kultur und Schule" des Landes NRW entstand der Kontakt zur Mosaikbauschule Dortmund und damit zu Robert Kaller.
Unter der Anleitung von Robert Kaller und seinem Team entwickelte der 9. Jahrgang der Erich-Kästner-Schule Gestaltungsideen und prüfte deren Umsetzbarkeit. Die Grundidee war schnell ausgemacht: Die bislang eher schlicht gehaltenen Säulen sollten einen facettenreichen Mosaiküberzug bekommen. Das Leitmotto des kunstpädagogischen Projekts war die „Farbmetamorphose".
Die eigentliche handwerkliche Arbeit erledigte die Schüler in einer Woche kurz vor den Osterferien.
Bevor die Mosaiksteine gesetzt werden konnten, wurden die Säulen grundiert und geschliffen. Anschließend mussten die Schüler die vorher abgesteckte Farb- und Formkomposition genau beachten und die Fugendichte einhalten. Die feingliedrige Projektarbeit verlangte hohe Konzentration ab. „Es war toll zu beobachten, wie die Schülerinnen und Schüler jeden Tag ihre handwerklichen Fähigkeiten erweitert und als Team mit hoher Ausdauer und Kreativität zusammengearbeitet haben", sagt Lehrerin Anke Herbrecht-Bunk. „An jeder Säule lässt sich nun ein Stück von den Schülerinnen und Schülern selbst finden. So stiftet das ganze Projekt auch ein hohes Maß an Identifikation."
Über alle Säulen verteilt ist eine dynamische Entwicklung zu erkennen, sodass jedes einzelne Objekt einen ganz individuellen Charakter ausdrückt und in Gänze doch ein stimmiges Bild entsteht. Während eine Säule mit rötlichen, goldgelben Steinen einen wärmeren, in der Form aber eher ungeordneten Akzent setzt, kommt eine andere schon deutlich schematischer daher. In der nächsten Säule haben die Schüler wiederum ein Bildmuster eingebettet.
























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